Ich will das auch!

Auf dem Flug von München – Dubai war ich spät dran und stand in der Schlange vor dem Sicherheitscheck.

Wenn ich mich normal angestellt hätte, wäre das Flugzeug ohne mich gestartet, weshalb ich mich Stück für Stück an den Reisenden vorbei gedrängelt habe mit einem netten „Entschuldigen Sie, ich muss bitte vorbei, weil mein Flug gleich geht.“

Größtenteils wurde ich einfach durch gelassen, oft auch mit abwertenden Blicken oder nicht-so-freundlichen Worten von hinten attackiert.

Kurz bevor ich am Ende der endlosen Schlange angekommen bin und somit locker 30min wieder gut gemacht habe, wollte ich an einen Geschäftsmann vorbei, der auf meine Floskel „Entschuldigen Sie, ich muss bitte vorbei, weil mein Flug gleich geht“ geantwortet hat mit „Ja und? meiner auch!“.

Es geschah im Bruchteil einer Sekunde in der ich abwog zwischen „geh ich trotzdem einfach weiter und ignoriere ihn?“ oder „antworte ich? und was soll ich überhaupt sagen?“. Ich habe mich für die friedliche Variante entschieden, zu ihm gewendet wie ein Dealer und ihn unter vorgehaltener Hand gefragt: „Ok, wollen Sie mitkommen?“. Er schaute mir in die Augen und sagte prompt: „Ja.“

Er ergriff die Initiative und schob sich vor mich. Zu dem Zeitpunkt hatten wir vielleicht noch 10 Leute vor uns, bevor wir gescannt wurden.

Mit viel neu-dazu-gewonnenen Mut und Enthusiasmus fragte er mit meiner zuvor genutzten Floskel die Reisenden vor ihm „Entschuldigen Sie, ich muss bitte vorbei, weil mein Flug gleich geht“.

Er erntete ein deutliches „Nein“.

Völlig entgeistert drehte er sich entrüstet zu mir um und sagte: „Was sind das denn für unfreundliche Leute?“

Nach einem kurzen Achselzucken musste ich lachen.

 

Und die Moral von der Geschicht?
Machmal will’s der andre nicht,
wie er’s hat, sondern anders.
Deshalb rügt er bei jedem Anlass.