Update Juni 2018: T-Shirts

Als ich dieses Projekt 2016 ernsthaft gestartet habe, wollte ich es zusammen mit einer Schneiderin machen, die sich mit dem Schnitt und der Produktentwicklung auseinander setzen sollte, zumal meine Kenntnisse in der Textilbranche rudimentär sind. Ich hätte mich um den Aufbau der Marke, Vertrieb und Finanzierung gekümmert. Damit ich alleine das Risiko trage, habe ich das alles auf Auftragsbasis beauftragt und bezahlt – ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Leider hat das nicht geklappt und ich habe im Frühsommer 2017 die Reissleine gezogen, weil niemand wirklich glücklich war.

Ich war nicht zufrieden, weil mir das meiste meiner Meinung nach nur hingeklatscht wurde und kein fertiges Produkt entstand. Sie war unzufrieden, weil sie mir extra einen guten Preis gemacht hat für Ihre Arbeit und trotzdem nicht mit dem Ergebnis und der Zeit zufrieden war. Außerdem hat sie sich über die Zeit hinweg auch anderweitig weiterentwickelt mit Ihrem Geschäft, sodass die T-Shirts nicht mehr in ihr neues Konzept gepasst haben.

So ging das Projekt Schritt für Schritt den Bach herunter, bis es eben geknallt hat.

Aber so ist das manchmal. Es knallt. Und dann? Eigentlich egal.

Ehrlich gesagt, war mir der Projektverlauf ab Ende 2016 egal und ich hätte schon viel früher die Leine ziehen sollen. Hab ich nicht, weil ich schlecht im Abbrechen bin. Ich erkenne oft schon frühzeitig, wenn etwas nicht harmoniert und nicht klappt, weiß auch, dass ich abbrechen sollte, hoffe aber dennoch dass wir nochmal die Kurve bekommen und alles in einer schönen Märchenwelt endet. So ein Quatsch. Das passiert mir manchmal, aber ich werde mittlerweile immer besser darin auf mein Bauchgefühl zu hören und den Mut zuhaben abzubrechen, wenn es sich richtig anfühlt. Klappt natürlich nicht immer, aber immer öfter besser.

Zurück zum T-Shirt Projekt.

Das derzeitige Ende vom Lied ist, dass ich 3 oder 4(?) Schnittmuster im Büro hängen habe, einige Samples, alle Kontakte zu Stoffproduzenten in Deutschland und mir die Person fehlt, die nähen kann. Ich suche aktuell nicht aktiv, eher passiv.

Ich sollte bald ein paar Bilder von den Shirts machen, die zu 90% fertig geworden sind und von denen, die wir begonnen haben zu entwickeln, weil eigentlich ist einiges cooles Zeug dabei gewesen. Das wäre Stoff für einen weiteren Blogpost.

Die ersten Schritte hin zum eigentlichen T-Shirt Projekt

Eigene T-Shirts zu produzieren, war schon immer etwas, was ich gerne tun wollte und geboren wurde die Idee schon zu Schulzeiten – allerdings habe ich das nicht weiter verfolgt aus mehreren Gründen: mein Fokus lag auf Sport und Jobs, um Geld zu verdienen.

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich mein erstes eigenes Design auf ein T-Shirt gedruckt habe, aber es muss mindestens 10 Jahre her sein. Leider ist dieses T-Shirt spurlos verschwunden, aber der Druck war weltklasse: ein Technics Plattenspieler und darunter in Tag-artiger-Graffiti-Schrift „HipHop 4 Life“ – gilt heute noch, wie damals. Es war nur ein Frontdruck, damals auch schon Digitaldruck auf ein weißes T-Shirt.

Dieses Bild ist das letzte Relikt: Ich, mit meinen zarten (wahrscheinlich) 18 Jahren: Baggy, weißes Shirt mit dem Druck, große, schwere Lederjacke und Cap.

Cool, oder? Den Plattenspieler sieht man ganz gut, die Schrift leider nicht, aber es war DOPE.

Ich habe dieses T-Shirt geliebt. Seit einiger Zeit ist es schon weg. Spurlos verschwunden. Ich hab es sicher irgendwo nach dem Training verloren.

Später durfte ich meine Designkünste wieder in aller Pracht vorzeigen, um unsere Abitur Abschluss-T-Shirts zu drucken.

Frontseite:

  • adidas Logo in den Farben der Deutschland Flagge
    (weil in dem Jahr die legendäre Fußball WM war)
  • Claim rund um das Logo: „Tegernseer abi,das hat Qualität“

Ja! schlau, wie wir waren, haben wir das „d“ aus adidas umgedreht und ein Komma eingefügt, sodass „abi,das“ entstand, was sich lesen sollte wie „Tegernseer Abi, das hat Qualität“. Das Trademark-Symbol haben wir ersetzt mit unserem Abschlussjahrgang: das war 2010!

Absoluter Killer.

Ich bin heute noch davon begeistert.

Die ä-Pünktchen musste ich händisch setzen, sieht man fast gell?

Rückseite:

  • Name des T-Shirt Trägers
  • PT 13 (der relativ geheime Gruppenname, den ich nicht verraten darf.)
  • und ich glaube nochmals das Jahr (Hey PT13, wer korrigiert mich?)

Das war auch das letzte T-Shirt, das ich irgendwie designed und produziert habe.

Und was ist jetzt?*

Vor über einem Jahr, als die Selbstständigkeit auch angezogen hat, habe ich damit gestartet. Zuerst mit einem guten Kumpel, dann wieder alleine. Guter Kumpel ist immer noch ein guter Kumpel, aber ich mache das Projekt alleine und habe inzwischen schon viel Zeit und Energie reingesteckt.

Aktuell stecken wir (=alle, mit denen ich daran arbeite) mitten in der Entwicklungsphase und ich habe meine Vision etwas anders angesetzt, als „nur“ T-Shirts zu bedrucken, sondern ich arbeite am Schnitt, natürlich nachhaltigen Materialien: ich entwickle eine T-Shirt Marke und will damit ein etwas anderes Statement machen.

90% der Wertschöpfung im Produktionsprozess wird in Deutschland abgewickelt:

  • Spinnerei in Süd-Deutschland
  • Weberei in Süd-Deutschland
  • Schneiderin aus der Region

Nur der Rohstoff kommt aus dem Ausland, weil dieser in Deutschland leider nicht wächst. Außerdem konzentrieren wir uns auf nachhaltige, biologische Rohstoffe, die auch entsprechend hergestellt und wieder abbaubar sind.

Das Sourcing und die Entwicklung sind sehr zeitintensiv. Besonders, wenn man keine Kompromisse machen will.

In meinem nächsten Blogpost zur neuen Serie „Mein T-Shirt Projekt“, werde ich darüber schreiben, warum ich keine Kompromisse mache, wo wir aktuell in der Entwicklung stehen und was der Kern der Marke sein wird.

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*ja, als ich das geschrieben habe, habe ich an Curse gedacht, Watson.